Coloured Rain in Worms

Coloured Rain in Worms

Die Wormser Zeitung berichtet in ihrer heutigen (Online) Ausgabe über eine Mahnwache (heute, Obermarkt Worms) gegen die Flüchtlingspolitik, abgehalten von einer Aktivisten-Gruppe namens „Coloured Rain“.

Der WZ Artikel erscheint für uns unsichtbar hinter einer Paywall. Da uns das Thema jedoch prinzipiell interessiert, beginnen wir also im Web zu recherchieren.

Zunächst einmal würden wir natürlich gerne wissen, inwiefern die Gruppe mit der Flüchtlingspolitik nicht einverstanden ist. Ist sie ihnen zu liberal oder zu restriktiv? Handelt es sich um Nationalisten, die eine Verantwortung dafür ablehnen, dass unsere westliche Welt ihren Wohlstand auf Industrialisierung sowie einer Kolonialisierungs- und Machtpolitik gründet, die unserem Erdball die heutigen Probleme eingebrockt haben? Oder sind das Menschen, die humanitär und verantwortungsvoll denken? Sind das religiöse oder militante Fanatiker oder Covidioten, von denen wir uns besser distanzieren sollten?

Wikipedia kennt die Gruppe nicht. Google produziert unter der Suchwortkombination „Coloured Rain“ und „Flüchtlingspolitik“ zwar einige Links, jedoch scheint die Gruppe keine eigene Website zu haben. Twitter kennt zwar einen offiziell aussehenden Account (@cxlxured_rain), aber die Links von dort führen lediglich zu einer Change.org-Petition von #LeaveNoOneBehind und Instagram. Ausgerechnet das Facebook-Unternehmen Instagram, my Ass. Wenn wir uns objektiv eine Meinung bilden wollen, sollten wir natürlich um den größten Meinungsmanipulationskonzern der Welt einen weiten Bogen machen.

Um es kurz zu machen: Wir haben nicht herausgefunden wer Coloured Rain ist. Einige Interviews im Web mit Einzelpersonen der Gruppe lassen erahnen, dass es sich um junge engagierte Menschen mit einem humanitären Weltbild handelt. Irgendwie geht es dabei auch um Fasten und Gandhi. Mit letzterem haben sie sich aber offenbar nicht richtig auseinander gesetzt, denn sonst wüssten sie, dass ihre Interpretation nicht dem entspricht, was der Mahatma darunter verstand. Und das vorrangige Ziel der Gruppe ist es wohl, auf die katastrophalen Zustände in den griechischen Flüchtlingslagern hinzuweisen – was zweifellos ein wichtiges und unterstützenswertes Anliegen ist.

Möglicherweise also eine sympathische und interessante Initiative, die gefördert werden sollte. Aber sicher wissen können wir das nach unseren Recherchen nicht.

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